1839–1924
Maler, Grafiker, Museumsdirektor – Namensgeber unserer Schule
Hans Thoma wuchs als Sohn eines Müllers im Südschwarzwald auf, brach zwei Lehren ab und wurde dennoch einer der bekanntesten deutschen Maler seiner Zeit. Seine Landschaften und Bilder aus dem Alltag seiner Heimat prägen bis heute, wie viele Menschen den Schwarzwald sehen.
Ein Leben in sechs Orten
- Schwarzwald1839–1859
- Karlsruhe1859–1866
- Wanderjahre1866–1870
- München1870–1877
- Frankfurt1877–1899
- Karlsruhe1899–1924
Die Länge der Abschnitte entspricht der Zeit, die Thoma dort verbrachte.
Lebensstationen
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1839Kindheit im Schwarzwald
- Geboren am 2. Oktober 1839 in Oberlehen bei Bernau.
- Sein Vater war Müller, seine Mutter stammte aus einer Kunsthandwerkerfamilie.
- Lehren als Lithograf und Anstreicher in Basel sowie als Uhrenschildmaler in Furtwangen bricht er ab und bildet sich selbst im Zeichnen und Malen weiter.
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1859Studium in Karlsruhe
- Mit einem Stipendium studiert er bis 1866 an der Großherzoglichen Kunstschule Karlsruhe.
- Im Sommer kehrt er nach Bernau zurück und malt dort direkt vor der Natur.
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1867Wanderjahre
- Stationen in Basel und Düsseldorf, wo er den Maler Otto Scholderer kennenlernt.
- 1868 reisen beide nach Paris. Die realistische Malerei Gustave Courbets und der Schule von Barbizon beeindruckt Thoma nachhaltig.
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1870München
- Thoma eröffnet ein Atelier und findet Anschluss an Künstlerkreise.
- Reisen nach Italien (1874 und 1880) und England (1879).
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1877Frankfurt
- Heirat mit der Malerin Cella Berteneder, ein Jahr später Umzug nach Frankfurt.
- 1890 gelingt ihm mit einer Ausstellung im Münchner Kunstverein der Durchbruch.
- Kontakte zur Kronberger Malerkolonie im Taunus.
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1899Karlsruhe
- Ernennung zum Professor an der Kunstschule Karlsruhe und zum Direktor der Kunsthalle Karlsruhe, die er rund zwanzig Jahre leitet.
- 1901 stirbt seine Frau Cella.
- 1905–1918 Mitglied der Ersten Kammer des Badischen Landtags.
- 1909 eröffnet zu seinem 70. Geburtstag das Thoma-Museum als Anbau der Kunsthalle; im selben Jahr wird er Ehrenbürger von Bernau.
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1924Tod in Karlsruhe
- Hans Thoma stirbt am 7. November 1924 und wird auf dem Karlsruher Hauptfriedhof beigesetzt.
Werke, die man kennen sollte
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1872
Kinderreigen
Spielende Kinder im Kreis auf einer Wiese – eines seiner bekanntesten Bilder. Kunsthalle Karlsruhe.
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1873
Die Geschwister
Eine Erinnerung an seine eigene Kindheit in einer Holzarbeiterfamilie im Schwarzwald. Kunsthalle Karlsruhe.
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1899
Selbstbildnis vor einem Birkenwald
Entstanden im Jahr seiner Berufung nach Karlsruhe. Städel Museum, Frankfurt.
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ab 1909
Thoma-Kapelle
Ein Raum in der Kunsthalle Karlsruhe, den Thoma im Alter selbst mit Szenen aus dem Leben Jesu ausgestaltet hat.
Hans Thoma heute
Hans-Thoma-Preis
Der Staatspreis des Landes Baden-Württemberg für Bildende Kunst wird alle zwei Jahre in Bernau verliehen.
Hans-Thoma-Fest
Bernau feiert seinen berühmtesten Sohn jedes Jahr am zweiten Augustwochenende mit einem mehrtägigen Fest.
Hans-Thoma-Museum Bernau
Eine umfangreiche Dauerausstellung gibt einen Eindruck von allen Schaffensperioden des Malers.
Kunsthalle Karlsruhe
Hier liegt eine der größten Thoma-Sammlungen mit Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafik. Die Straße vor dem Museum trägt schon seit seinen Lebzeiten seinen Namen.
Warum unsere Schule seinen Namen trägt
Wie Hans Thoma kommen viele unserer Schülerinnen und Schüler aus dem Südschwarzwald und dem Dreiländereck. Sein Weg vom Müllerssohn aus Bernau zum Professor und Museumsdirektor zeigt, was Neugier, Ausdauer und der genaue Blick auf die eigene Umgebung bewirken können.